Sunday, 30. may 2010
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/05
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/2010
15:43
Farbenfroh und sonnengelb,
strömt Licht in mir,
fließt Energie von
Kopf bis Füß,
belebt mich,
lässt mich tanzen,
kraftvoll und stark.
(Jewel)
Ich habe nicht viel Zeit, aber es ist mir ein Bedürfnis, kurz zu schreiben: heute ist ein "shiny" Tag. Als ob die
Sonne aufgegangen ist nach langer finsterer Dunkelheit. Ich sehe, ich höre, ich fühle, ich leuchte!
von Jewel
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Sunday, 25. april 2010
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09:52
Kinder des Lichts
Es gibt Menschen,
die erscheinen uns
wie Edelsteine.
Nich dass sie
anders als andere Menschenkinder
von sich aus leuchten
oder göttliches Licht
hervorbringen könnten;
aber sie reflektieren
und entfalten
das empfangene Licht
so farbenfroh
und strahlend,
dass man sich
unwillkürlich
nach der Lichtquelle
umschaut.
(Hans-Joachim Eckstein)
Mitten in die Höllenqualen des inneren Schmerzes gestern, fiel dieser Text, als würde er mich an meine Bestimmung
erinnern wollen. Als würde er mir Mut machen und mir Hoffnung verheißen.
"Licht" und "leuchten" sind schwierige Themen in meinem Leben im Moment. Ich leuchte nicht mehr!
von Jewel
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Friday, 23. april 2010
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21:42
Lass Deine Träume fliegen,
öffne Dein Herz weit,
schließe die Augen
und begib' Dich auf eine Reise -
auf die Reise zu Dir selbst.
(Jewel)
von Jewel
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Friday, 12. february 2010
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21:11
"Das Foto lacht vom letzten Sommer
Fragen springen mich an
Lösch' alle Lichter
Will sie jetzt nicht hören
Halt meine Hand
Es ist Winter
Der Schnee auf deinem Haar
Leuchtet sonderbar
Worte gehen uns aus
Jeden Tag eins mehr
Paradies ist still
Reden fällt uns schwer
Und du frierst mit mir
Ich will, dass du es weißt
Mir ist so kalt wie dir
Mein Herz schlägt auch im Eis
Dein Kuss schmeckt wie ein langer Abschied
Einen kurzen Augenblick
Bringt er uns den Sommer fast zurück
Gehst durch die Tür als wär's für immer
Noch Schnee auf deinem Haar
Du lachst so sonderbar
Worte gehen uns aus
Jeden Tag eins mehr
Paradies ist still
Reden fällt uns schwer
Und du frierst mit mir
Ich will, dass du es weißt
Mir ist so kalt wie dir
Mein Herz schlägt auch im Eis"
(Rosenstolz)
Die Worte sind immer noch blockiert, keine Quelle beginnt zu fließen. Ich fühle mich wie im tiefsten Winter. Meine
Seele hat sich zurückgezogen, traut sich kaum noch heraus. Mein Herz ist wie zu Eis gefroren, erstarrt in der Kälte. Das Lied (link) drückt mein Gefühlsleben aber recht gut aus. Melancholisch,
kalt und erstarrt.
Vor drei Tagen hat mein Ex-Freund sich gemeldet, es hat mir fast das Herz herausgerissen. Es fühlt sich immer noch an, als sei es erst gestern gewesen. Das Lachen vom letzten Sommer klingt nah,
aber inzwischen ist Winter, es sind drei Monate ohne ihn, doch mein Herz ist verletzt. Es zeigt mir, wie sehr ich ihn geliebt habe, wie sehr ich ihm vertraut habe und wie sehr ich mich ihm geöffnet
habe. In mir ist es dunkel, mein Vertrauen in die Menschen ist erloschen, mein Herz ist zu Eis geworden. Es ist wie ein langer finsterer Tunnel, in dem ich kaum mich selbst spüre, geschweige denn
einen Ausweg finde. Mir ist so kalt, so kalt. Ich frage mich, ob es Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern wird bis die Wunden verheilt sein werden. Bis die Schwermut mich nicht mehr auffrisst, von
innen heraus.
Worte gehen uns aus. Es gibt kaum Worte, um diese Leere, die immer leerer wird zu beschreiben. Mein Herz schlägt im Eis, es atmet, es versucht zu überleben. Ich funktioniere, automatisch wie ein
Uhrwerk, ich spüre kaum etwas, nur den Schmerz, während ich auf die Lichtfunken im Dunkeln warte, die irgendwann wie von selbst wieder anfangen werden, das Eis zum Schmelzen zu bringen, die Kälte
in Wärme zu verwandeln, aus der Angst Vertrauen zu zaubern.
Bis dahin weine ich und hoffe, dass meine Tränen den Schmerz ein wenig wegspülen können. Ich wünsche mir nichts sehnlicher als dass ich meine Worte wieder finde, dass ich wieder fühlen und
ausdrücken kann, dass ich wieder atmen kann, dass ich wieder vertrauen kann und offen sein kann und dass ich mich dann selbst gefunden habe.
Meine Worte gehen mir aus, deshalb sage ich es mit fremden Worten:
Wenn Worte überflüssig werden
Wenn Worte überflüssig werden,
weil der Augenblick
bis an den Rand
mit Sinn gefüllt ist,
beginnt das Leben
unwiderstehlich
von sich zu erzählen
und führt uns
mitten hinein in
faszinierende Geschichten-
wenn wir nur lauschen.
(Hans Kruppa)
von Jewel
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Sunday, 17. january 2010
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/2010
21:13
Das ist mein größter Schatz für euch: der liebste und wichtigste Text von mir. Ich habe Teil I, der bereits vor
einigen Jahren entstanden ist ebenfalls hier reingestellt, da man sonst die Fortsetzung, die ich heute geschrieben habe, nur schwer nachvollziehen kann. Dieser Text ist eine
Herzensangelegenheit!
Das kleine Mädchen betrachtet ängstlich seine zitternden Hände. Mitten in der Nacht ist es nach einem schlimmen Albtraum aufgewacht. Jetzt liegt es allein in seinem
Bett. Es fühlt sich einsam, ohne einen Ort, an dem es Zuflucht finden kann.
Ja, es gab da einmal jemanden, bei dem es sich sicher und geborgen gefühlt hat. Es hatte sich damals sehr vertraut angefühlt, richtig wohltuend. Wie in ein Stück Watte gewickelt. Es hatte sich
keine Sorgen darum amchen müssen, was passierte, denn es wusste, es würde weich fallen.
Doch von einem Tag auf den anderen war diese Wärme und Sicherheit plötzlich verschwunden gewesen. Das Mädchen war allein gewesen! Ganz allein! Es waren immer Menschen um es herum gewesen, die sich
liebevoll um es gekümmert haben, doch sehr oft hatte das kleine Mädchen heimlich geweint und sich verlassen gefühlt.
Heimlich hatte sie sich jemanden gewünscht, der nur für sie da sein würde, der sie lieben würde und ihr diese furchtbare Angst vertreiben würde.
Jetzt blickt es sich in seinem dunklen Zimmer um. Seine Hände zittern noch immer und auch das Herz klopft ziemlich schnell. Sonst ist es still. Und in diese Stille hinein hört das Mädchen plötzlich
eine Stimme flüstern: "Steh' auf! Geh' los!" Das Mädchen blickt sich verwundert um. Es ist immer noch allein in seinem Zimmer. Ob es sich verhört hat? Doch genau in diesem Augenblick hört es die
Stimme abermals sagen: "Steh' auf! Geh' los! Hab' keine Angst!" Seltsam! Woher kommt sie bloß?
Das kleine Mädchen zögert noch einen kurzen Moment, aber dann klettert es durch das geöffnete Fenster in den Garten. Es spürt das weiche Gras unter seinen nackten Füßen. Wie wunderbar sich das
anfühlt. Leise durchquert es den Garten, vorbei an Rosensträuchern, Margaritenbeeten, der vertrauten Wildwiese, hinaus durch das weiße Gartentor.
Es steht auf der Straße. Und jetzt? Es beschließt in Richtung Mehr zu laufen, auch wenn es gerade nicht weiß, in welcher Richtung das liegen mag. Nachdem das Mädchen ein paar Minuten gelaufen ist,
erreicht es einen großen dunklen Wald. Schon will es wieder umdrehen, um einen anderen, helleren Weg zu suchen, da hört es wieder diese sonderbare Stimme: "Hab' keine Angst, ich bin bei Dir!" Es
blickt sich um, doch wieder ist es allein. Ob es dieser Stimme trauen kann? Vielleicht ist das eine Falle? Aber eigentlich hatten Ehrlichkeit und Vertrauen in der Stimme mitgeklungen.
Langsam und vorsichtig betritt das Mädchen den weichen Waldweg. Die Tannennadeln kitzeln ein wenig unter seinen Fußsohlen und bei jedem seiner Schritte knackt es leise. Sein Herz klopft zum
Zerspringen, es traut sich kaum nach links und rechts zu schauen, aus Angst, irgendeine Gefahre könnte ihm auflauern. Doch nur ein zarter Windhauch streift durch die Baumwipfel. Mit der Zeit
gewöhnt sich das Mädchen an die Dunkelheit und auch von der Stille scheint keine Gefahr auszugehen. Fast ist es ein bisschen schön in diesem Wald.
Das Mädchen ist schon mehrere Stunden durch den Wald gelaufen und wird langsam müde.
Glücklicherweise endet der Wald an einer Wiese, die von einem klaren Bächlein durchlaufen wird. Durstig kniet sich das Mädchen an das Ufer, um seinen Durst zu stillen. Es ist auch nicht mehr
dunkel, der Morgen graut bereits und bald wird über der Wiese die Sonne aufgehen.
Das Mädchen schläft ein paar Stunden, bevor es seinen Hunger mit einigen Beeren stillt, die es am Waldrand pflückt. Es spürt, wie die Verzweiflung wieder in ihm hochkriecht. Es ist allein, mitten
auf dieser Wiese, es hat jegliche Orientierung verloren und auch die Stimme schweigt.
Das Mädchen setzt sich auf einen Stein und beginnt bitterlich zu weinen. Es weint so herzzereißend, dass selbst die Blumen auf der Wiese traurig ihre Köpfe senken.
"Na na na, wer wird denn gleich weinen?", fragt plötzlich eine knödelige Stimme. Erstaunt blickt das weinende Mädchen auf. Vor ihm steht ein kleines buckeliges Männlein, nicht größer als das
Mädchen selbst.
"Bist Du die Stimme?", stottert das kleine Mädchen verlegen. "Stimme?", knödelt das Männlein, "ich bin keine Stimme. Ich bin Rawi und wohne hier auf dieser Wiese. Hab' nur bis gerade geschlafen,
sonst hätte ich Dich schon eher begrüßt. Wie heißt Du denn?"
"Ich heiße Leila", antwortet das Mädchen. "Leila? Schöner Name! Was führt Dich denn hierher? Normalerweise kommt hier nicht so oft jemand vorbei."
"Ich weiß nicht, ich habe plötzlich nachts eine Stimme gehört und dann bin ich einfach losgegangen. Ich bin durch den dunklen Wald gekommen."
"Dann hast Du schon einen großen Teil Deines Weges hinter Dir. Du willst zum Mehr, stimmt's?" Leila schaut Rawi verwundert an: "Woher weißt Du das?"
Rawi lächelt weise: "Wenn hier jemand vorbei kommt, dann ist er meistens auf dem Weg zum Mehr."
"Ist es noch weit bis dorthin?", fragt Leila.
"Das kommt ganz darauf an, wo Du Dein Mehr findest. Aber es wird nicht mehr so anstrengend wie Dein Weg durch den Wald und Du musst auch nicht mehr weinen." Rawi reicht Leila ein altmodisches
Stofftaschentuch aus rosafarbener Spitze.
Sie lächelt zaghaft. Was passierte nur gerade? Sie hatte nie einen Namen gehabt, wieso sollte sie plötzlich Leila heißen? Sie verstand die Welt nicht mehr, aber vielleicht muss sie auch nicht mehr
alles verstehen. Sie verspürt den Drang zu entdecken, was hinter der Wiese liegt und fragt Rawi, ob er nicht mit ihr kommen wolle. Doch Rawi schüttelt lächelnd seinen Kopf: "Nein, nein Leila. Ich
habe meinen Weg zum Mehr schon gefunden."
Also verabschieden sich die Beiden voneinander und Leila läuft barfuß dem Horizont entgegen, auf dem Weg zu ihrem Mehr. Sie verspürt die Gewissheit, dass sie es finden wird und das ist ihr mehr
wert als die Sicherheit, die ihr einmal ein Mann gegeben hatte.
Sie breitet die Arme aus und rennt los. Und dann hört sie auf einmal wieder diese Stimme, die ihr sagt: "Ich hab' Dich lieb, Leila!" und sie weiß plötzlich, dass es ihre eigene Stimme ist, die ihr
diese Worte zuspricht.
(Jewel, 2005)
Leila ist in den dunklen Wald gelaufen. Sie hat wieder Angst. Sie fühlt sich allein. Warum ist Rawi damals nicht mit ihr gekommen? Doch er hatte ihr gesagt, dass sie
ihren Weg zum Mehr allein finden müsse, doch jetzt hat sie sich verlaufen.
Sie war einem Räuber in die Hände gefallen, der ihr Herz kaufen wollte. Zuerst war der Räuber sehr nett zu ihr gewesen. Er hatte sich um sie gekümmert und auf sie aufgepasst. Mit der Zeit war er
aber immer öfter gemein zu ihr gewesen. Einmal hatte er sie sogar weggeschickt, doch sie war trotzdem bei ihm geblieben, aus Angst allein zu sein. Ein anderes Mal hatte er sie verletzt, als er sie
geschubst hatte und sie sich ihr Knie an einem Stein aufgeschlagen hatte. Das hatte sehr weh getan. Er hatte ihr gesagt, es sei ein versehen gewesen und es tue ihm leid, also war sie bei ihm
geblieben. Aber er behandelte sie nicht mehr gut und als er schließlich sein wahres Gesicht zeigte und ihr Herz forderte, da war sie mitten in der Nacht heimlich davon gelaufen. Sie war so lange
gelaufen bis sie völlig erschöpft war. Sie war mehrmals hingefallen und hatte sich den Fuß verstaucht. Nichts erinnerte sie mehr an das flauschige, weiche Gras, das sie unter ihren Fußsohlen
gekitzelt hatte, als sie voller Vertrauen der Stimme gefolgt war. Sie seufzte: ' Wie lang war das schon her?' Es erschien ihr wie eine Ewigkeit.
Jetzt war sie wieder in diesem dunklen Wald, völlig erschöpft vom Laufen und ihr Herz tat so weh. Wieso war sie nicht viel früher vor dem Räuber davon gelaufen? Und was sollte sie nun tun? Sie
spürte, wie ihr die Tränen die Wangen hinunterliefen. Sie fragte sich, ob sie jemals wieder glücklich werden könnte, ob sie den Räuber vergessen könnte und aus diesem Wald heraus und den Weg zum
Mehr finden würde.
Leila wusste, dass sie den Wunden Zeit geben musste, um zu heilen, doch sie war noch nie sehr geduldig gewesen. Trotzdem war sie nun bereit, es zu versuchen. Sie weinte noch immer. Sie griff in
ihre Hosentasche und zog das altmodische rosa Spitzentaschentuch heraus, das Rawi ihr als Andenken mitgegeben hatte. Ihr Fuß tat so weh, dass sie kaum auftreten konnte und ihr Herz brannte vor
Schmerz. Vielleicht hätte sie es doch dem Räuber überlassen sollen, es machte doch keinen Unterschied, denn jetzt würde sie wahrscheinlich hier in dem dunklen Wald sterben.
Leila sank auf den Erdboden und schluchzte hemmungslos.
Doch was war das? Ein lautes Rascheln ließ sie innehalten. 'Ein Bär', dachte sie, 'Jetzt ist es vorbei!' Vorsichtig hob sie ihren Kopf. ...
(Jewel, Januar 2010)
von Jewel
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